Brief der Landesoberschützenmeisterin, Baden-Württemberg




Brief der Landesoberschützenmeisterin, Baden-Württemberg

Beitragvon IngoB.686 » Do 26. Mai 2011, 19:17

Dieser Brief erreichte mich gerade zum Feierabend im Pro-Legal Newsletter und versaute mir den Rest des Abends. Liege gleich im Schoß meiner Freundin und lasse mir den Kopf kraulen. Hoffe das hilft, den so viel Alkohol kann ich gar nicht trinken, um das zu verdrängen...

So sieht also die Landesoberschützenmeisterin vom württembergischen Schützenverband des DSB die Welt.

Bei einer, bei einer einzigen Sache stimme ich Ihr zu. Das was dann aber auch. Ratet mal...

Beantwortet wurde dieser Brief von Pro-Legal mit einem offenen Brief, den ich gleich darunter platzieren werde.

PROST!!! sauf
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Präsidentenbrief Mai 2011

Liebe Mitglieder unserer Vereine, liebe Freunde des Schießsports,

ein sehr eindrucksvoller Landesschützentag liegt hinter uns, ich darf an dieser Stelle allen Beteiligten meinen herzlichen Dank aussprechen. Bei den Ausrichtern, bei den Organisatoren und selbstverständlich bei allen Teilnehmern möchte ich mich dafür herzlich bedanken. Sie alle haben dafür gesorgt, dass auch dieser Landesschützentag wieder zu einem besonderen Erlebnis wurde.
Der Bericht in unserer Schützenzeitung ist auf breite Zustimmung gestoßen, auch darüberhaben wir uns sehr gefreut
Der Deutsche Schützentag in Neubrandenburg brachte uns einen Schritt weiter in den verschiedenen Projekten, so u.a. im Bereich der Mitgliedergewinnung,
wir werden hier mit vereinten Kräften in unseren Vereinen den Mitgliederzuwachs unterstützen.

Die neue Landesregierung hat ihre Arbeit aufgenommen. Wir werden unsere sachliche und zielorientierte Zusammenarbeit neu aufbauen. Als besonders positiv empfinde ich hier, dass unser neuer Ministerpräsident Mitglied in einem unserer Schützenvereine ist. Es gilt nun, den Dialog mit Politik und Ministerien
fortzusetzen und dafür zu sorgen, dass wir unseren Sport weiterhin im gewohnten Maß ausüben können.
Absolut kein Verständnis habe ich für eine von außerhalb unseres Verbandes inszenierte und gesteuerte Forderung nach einem Ausschluss unseres Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann aus seinem Schützenverein und aus unserem Verband. Diesen Vereinigungen, die mit ihrem aggressiven Auftreten in Politik und Medien unserem Sport großen Schaden zufügen, werden wir uns nach wie vor nicht anschließen.

Es geht in unseren Verbänden um weit mehr als um den Waffenbesitz. Unsere Aufgaben zur Erhaltung unseres Sports und unserer Traditionen beschränken sich nicht auf den Besitz unserer Sportgeräte. Jugendarbeit, Sportförderung, Pflege der Traditionen, soziales Engagement in den Kommunen, Förderung der Gemeinschaft in allen Bereichen, das sind wichtige Komponenten in unseren Vereinen. Aggressive Rundbriefe und Angriffe auf das Engagement unserer Ehrenamtlichen, grenzwertige Anschuldigungen, das ist eine Ebene, auf der wir nicht agieren. Sehr bedauerlich ist allerdings, dass es auch in
unseren Reihen Unterstützer dieser Vorgehensweise gibt. Sie treten diesen Vereinigungen bei und bezahlen Beiträge damit diese Vereinigungen unser Engagement verunglimpfen und unsere Ehrenamtlichen beschimpfen.
Wir haben in den letzten zwei Jahren auf sachliche, ruhige und kompetente Art für die Zukunft unseres Schießsports, des Waffenbesitzes und die Beibehaltung aller genehmigten Disziplinen unseres Sports gesorgt. Wir – das sind vom Badischen Sportschützenverband Manfred Nessel und Otto Hemberger, vom
Südbadischen Sportschützenverband Peter Bleich, vom Landesjagdverband Dr. Friedmann und Herr Bürner- sie haben gemeinsam mit mir alle Termine bezüglich des Waffenrechts wahrgenommen. Wo ist das Problem, wenn der Gesetzgeber eine Kontrolle der sicheren Aufbewahrung vorschreibt und
durchführt? Es ist die beste und einzige Möglichkeit unsere Zuverlässigkeit unter Beweis zu stellen. Es gibt keine Toleranz für eine nicht ordnungsgemäße Aufbewahrung. Wer dies nicht beachtet fügt unserem Sport einen nicht wieder gutzumachenden Schaden zu. Dieses Bewusstsein muss bei uns allen vorhanden sein.

Selbstverständlich werden wir uns weiterhin bemühen, dass die Gebühren für die Kontrollen, die ohne Beanstandung verlaufen, ausgesetzt werden. Viele Kommunen praktizieren das bereits, wofür ich mich an dieser Stelle im Namen unserer Mitglieder bedanken möchte. An der Gebührenhoheit unserer Kommunen
wird sich in absehbarer Zeit wohl keine Änderung ergeben, also können wir nur weiterhin empfehlen, die Gebühren entsprechend dem Bescheid zu bezahlen und dann Einspruch zu erheben. Die laufenden Verfahren im Bezug auf diese Gebühren sind noch nicht abgeschlossen.
Ich appelliere an jeden Einzelnen, unterstützt unsere Vorgehensweise im Bezug auf die Kontakte zur Politik und zu den Ministerien. Wir können alles verlieren wenn wir uns dem aggressiven Verhalten von Vereinigungen anschließen, die vorgeben, die Interessen der Schützen zu vertreten.

Eure Landesoberschützenmeisterin

Hannelore Lange

Im Mai 2011

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Offener Brief von Pro-Legal

betr. Ihr Präsidentenbrief vom Mai 2011

Sehr geehrte Frau Lange, werte (Vor)namensvetterin, liebe Schützenschwester,

ich möchte mich zu einigen Aspekten Ihres Präsidentenbriefes äußern.

Gestatten Sie mir bitte gleich eingangs eine sehr wichtige Frage: Wie wollen Sie mit der neuen Landesregierung “unsere sachliche und zielorientierte Zusammenarbeit neu aufbauen“?

Inwiefern neu? Was möchten Sie ändern? Welche Ziele haben Sie anvisiert? Wie werden Sie auf das geplante Verbot von großkalibrigen Kurzwaffen reagieren? Was gedenken Sie konkret zu tun?

Sie schreiben weiterhin, es gelte, “den Dialog mit Politik und Ministerien fortzusetzen und dafür zu sorgen, daß wir unseren Sport weiterhin im gewohnten Maß ausüben können.“

Streben Sie eine Fortführung Ihres bisherigen Dialoges an oder zielen Sie auf eine andere Art der Kommunikation ab?

Unseren Sport weiterhin im gewohnten Maß ausüben zu können – das ist es, was wir alle wollen, und das sollte uneingeschränkt im Mittelpunkt unserer Bemühungen stehen!

Nach meiner Ansicht haben wir es allerdings mit einer höchst problematischen Ausgangssituation zu tun, da der Koalitionsvertrag auf ein rigoroses Verbot abzielt.
Man sollte sich den exakten Wortlaut immer gegenwärtig halten (Koalitionsvertrag, S. 67):

Waffenrecht verschärfen
Über eine Bundesratsinitiative werden wir eine Verschärfung des Waffenrechts angehen, insbesondere mit dem Ziel, ein generelles Verbot für den Privatbesitz von großkalibrigen Faustfeuerwaffen durchzusetzen (mit Ausnahme der Jäger). Auch die Kontrolle der so genannten Altfalle unter den Sportschützen im Waffenrecht muß strenger und rechtssicher geregelt werden. Wir werden zudem rasch die erforderlichen Konsequenzen aus der vom Landtag bereits beschlossenen Evaluation der Kontrollen von Waffen und Munition ziehen. Wir streben eine dauerhafte höhere Kontrolldichte durch die Waffenbehörden an.

Ich meine, diese Forderungen und Formulierungen lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Oder sehen Sie irgendeinen Ermessensspielraum? Irgendeinen Hinweis auf unseren Sport, den sportlichen Wettkampf, der schließlich – neben dem von Ihnen zu recht erwähnten sozialen Engagement sowie der Brauchtumspflege – im Mittelpunkt stehen sollte? Es geht um weit mehr, als die von Ihnen erwähnten Kontrollen zur sicheren Aufbewahrung.

Ich gehe nicht davon aus, daß Ihnen der sportliche Wettkampf mit großkalibrigen Kurzwaffen als vernachlässigenswert erscheint oder ein Verbot gar als gerechtfertigt? Jedem Sportlersein Sportgerät! Im übrigen können mit Kleinkaliber- und selbst mit Luftdruckwaffen, wie Sie natürlich wissen, nicht unerhebliche Schäden angerichtet werden. Es kommt immer auf den Menschen hinter der Waffe an!
Aber ich denke, Sie als Sportlerin sind tolerant genug, jedem seinen Platz einzuräumen.

Unter diesen Prämissen erscheinen Forderungen, Herrn Kretschmann aus dem Schützenverein Laiz 1913 auszuschließen, allerdings als verständlich und konsequent gedacht. Auch dort wird (noch) mit großkalibrigen Kurzwaffen trainiert.

Nicht von der Hand zu weisen ist, daß sicher auch Herr Kretschmann am Koalitionsvertrag mitgewirkt hat oder ihn – und damit auch eine Verschärfung des Waffenrechts einschließlich eines Verbotes von großkalibrigen Kurzwaffen – zumindest billigt. Und diese Forderungen sind kein Aushängeschild für ein Mitglied eines Schützenvereins, möglicherweise kann man sie sogar als vereinsschädigend bezeichnen. Auf rein sachlicher Ebene betrachtet, wäre ein Vereinsausschluß die logische Konsequenz, die auch jedes andere Mitglied, das solche Ansichten öffentlich äußerte, treffen würde.

Lassen Sie mich einen weiteren, wichtigen Punkt zur Sprache bringen: Sie erwähnen u. a. “Vereinigungen, die mit ihrem aggressiven Auftreten in Politik und Medien unserem Sport großen Schaden zufügen“, “aggressive Rundbriefe“ sowie “grenzwertige Anschuldigungen“. Von derartigen Vorgehensweisen möchten wir uns hiermit ausdrücklich distanzieren, wir argumentieren wie Sie auf einer sachlichen Ebene und polemisieren nicht gegen Personen, wissen aber Ironie, Witz und einen gewissen Grad an Provokation als Stilmittel zu schätzen.
Diese Einschätzung wird auch von vielen Gesprächspartnern in der Politik geteilt. Niemand würde gerne mit uns reden, wenn wir wie behauptet – aber nicht im Ansatz belegt – auftreten würden. Was haben Sie gegen unser Engagement einzuwenden, wenn wir Informationsveranstaltungen zum Thema Waffenrecht, Jugendtage in Zusammenarbeit mit Kreisjägervereinigungen und Hegeringen organisieren und uns darüber Gedanken machen, wie wir die keinen Schützenbünden und Jägerbünden angeschlossenen, von dem Gesetzesirrsinn aber ebenso betroffenen, Gruppen wie Paintballer, Reenaktoren oder Messersammler einbinden können?

Mit folgender Überlegung möchte ich schließen: Sie schreiben, Sie und Ihre Mitstreiter hätten “in den letzten zwei Jahren auf sachliche, ruhige und kompetente Art für die Zukunft unseres Schießsports, des Waffenbesitzes und die Beibehaltung aller genehmigten Disziplinen unseres Sports gesorgt“ – bei allem Respekt für Ihre Leistungen und Ihr Engagement müssen Sie sich fragen lassen, was Sie langfristig bewirkt haben und wo die Zukunft unseres Sportes bald liegen wird. Sie sagen selbst, daß Sie Ihre Zusammenarbeit neu aufbauen werden. Ich bin der Ansicht, daß wir gemeinsam versuchen sollten, einem Verbot von großkalibrigen Kurzwaffen und einer Verschärfung des Waffenrechts insgesamt entgegenzuwirken. Wir reden lieber zuerst miteinander, als daß wir über jemanden reden, den wir nicht einmal kennen.

Mit besten Grüßen

Dr. Hannelore Rex

Redaktion pro-legal.de
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Re: Brief der Landesoberschützenmeisterin, Baden-Württemberg

Beitragvon SebastianG » Fr 27. Mai 2011, 09:45

"Sehr bedauerlich ist allerdings, dass es auch in
unseren Reihen Unterstützer dieser Vorgehensweise gibt. Sie treten diesen Vereinigungen bei und bezahlen Beiträge damit diese Vereinigungen unser Engagement verunglimpfen und unsere Ehrenamtlichen beschimpfen."

Na dann wird man wohl dazu übergehen, nicht Herrn Kretschmann aus dem Verband auszuschließen, sondern eher diese "Nestbeschmutzer".
Ich muss sagen,bisher stand ich dem DSB eher aufgeschlossen gegenüber. Aber es gibt anscheinend wirklich einige, die das anhängige Negativimage pflegen wollen.
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Re: Brief der Landesoberschützenmeisterin, Baden-Württemberg

Beitragvon SebastianG » Fr 27. Mai 2011, 09:52

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Re: Brief der Landesoberschützenmeisterin, Baden-Württemberg

Beitragvon IngoB.686 » Sa 28. Mai 2011, 11:44

Da sieht man dass nicht nur die Vereine unseres als militantballerwütigbösen geltenden (aus DSB sicht) BDS nicht mit ihrer Meinung konform gehen!

Sehr geil....... respekt_2
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